🌿 🦔 Wo Hecken fallen, verstummen kleine Schritte 🌿
Dies ist ein Gastbeitrag des Die kleine Igelstube e.V., zuerst 19.08.2025 erschienen hier. Wir danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung!
Damit die Igel im nächsten Jahr mehr natürliche Nahrung in meinem Garten vorfinden hier mein neuester Versuch, inspiriert von Euch hier in dieser Gruppe:
In stillen Nächten, wenn die Straßen längst leer sind, huschen sie durch die Schatten: kleine Igel, Suchende in einer Welt, die kaum noch Platz für sie hat.
Früher waren unsere Gärten, Wiesen und Wälder ihre Heimat. Heute sind es Beton, Zäune und Autos ![]()
, die ihre Wege kreuzen – und oft ihr Leben beenden.
Jedes Jahr sterben 600.000 Igel auf unseren Straßen, überrollt von Fahrzeugen, die zu schnell sind, um Rücksicht zu kennen.
Ihre natürlichen Rückzugsorte verschwinden, Hecken werden gerodet, Gärten sterilisiert und mit Steinen bedeckt.
Was für uns ordentlich und modern aussieht, bedeutet für sie Hunger und Trostlosigkeit.
Viele verhungern, weil Insekten
durch Pestizide verschwinden. Andere finden in den aufgeräumten Gärten keinen Schutz mehr und werden Opfer von Rasenrobotern, die lautlos in der Nacht über sie hinwegfahren.
Selbst im Winterschlaf
sind sie nicht sicher – aufgeschreckt durch Bauarbeiten oder Laubbläser, die ihre Nester zerstören.
Und doch – trotz all dieses Leids – tragen sie eine stille Sanftmut in sich. ![]()
Sie rollen sich zusammen, wenn sie sich bedroht fühlen, als könnten ihre Stacheln sie vor der Grausamkeit der Welt schützen.
Aber ihre Verteidigung reicht nicht gegen das, was wir Menschen ihnen antun.
Der Igel ist kein Fremder, er lebt in seiner heutigen Form seit über 40 Millionen Jahren auf der Erde
und seit 200.000 Jahren an der Seite des Homo Sapiens.
Er ist ein lieber Nachbar, ein kleines Herz, das in der Dunkelheit schlägt.
Wenn er stirbt, stirbt auch ein Stück unserer Verbundenheit zur Natur.
Es liegt an uns, diesen kleinen Wesen
wieder einen Platz zu geben. Einen wilden Winkel im Garten, einen Laubhaufen
, eine Schale Wasser
in trockenen Sommern. Und Futter.
Ein Innehalten, wenn wir mit dem Auto fahren
.
Ein Bewusstsein dafür, dass unser Tun ihr Überleben bestimmt.
Denn jeder gerettete Igel ist ein Sieg des Mitgefühls über die Gleichgültigkeit!
IN GEDENKEN AN DIE IGELIN JUANA, DIE HEUTE VOR EINEM JAHR IN DIESEM ZUSTAND GEFUNDEN WURDE, PURER ÜBERLEBENSMODUS, UND AM SELBEN TAG STARB ![]()
.
Dies ist ein Gastbeitrag des Die kleine Igelstube e.V., zuerst 19.08.2025 erschienen hier. Wir danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung!
Persönliche Worte:
Selten hat mich ein Bild so bewegt, wie das Foto von Juana. Es ist ein für mich unglaublich schmerzahftes Bild: Diese völlig ausgemergelte Igelin, hochbeinig mit letzter Kraft staksend… Und trotz des unsagbaren Leids, nur noch wenige Stunden vom Tod getrennt, strahlt sie eine unfassbare, eine stoische Würde aus. Würdevoll, an ihr kleines Leben klammernd geht sie in diesem Bild ihren letzten Weg…
Es ist mir unbegreiflich, was wir Menschen SEHENDEN AUGES unseren nächsten Mit-Lebewesen, staunens- & liebeswürdigen Mini-Nachbarn, Mitstreitern im Netz des Lebens, antun — und mit ihnen tun wir es UNS SELBST an: Wir „optimieren“ Gärten, bis sie so tot sind, dass sie auch UNS kein Leben mehr einhauchen können. Die künstlich sterilen Gärten des Grauens saugen unsere eigenen Seelen aus. In steriler Umgebung, ohne Zirpen und Zwitschern, kann sich keine Erholung einstellen, kann keine Seele durchatmen. Keine kleine, aber auch keine große.
Nicola
