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Drohnenbrut – wertvolle Intensivnahrung für geschwächte Igel

Drohnenwaben, BIld: Maria Anne via Pixabay

Was ist Drohnenbrut?

Als Drohnenbrut bezeichnet man die Larven und Puppen der männlichen Honigbienen (Drohnen). Viele Imker und Imkerinnen entfernen regelmäßig einen Großteil der Waben, in denen die männlichen Bienenmaden gezogen werden, aus den Stöcken. Dies dient der Bruthygiene, denn durch das Herausnehmen dieser Drohnenwaben wird der Befallsdruck mit Parasiten wie der gefürchteten Varroamilbe reduziert: Diese vermehrt sich bevorzugt in der Drohnenbrut.

Die herausgeschnittenen Waben enthalten dicht an dicht männliche Maden, die sogenannte Drohnenbrut. Diese Waben werden mitsamt den Maden eingefroren, um die Maden so „schonend“ abzutöten. Wildtierhilfen sind dankbare Abnehmer dieser gefrorenen Waben: Die enthaltenen Maden sind ein Festessen für viele insektenfressende Tiere und zudem halten sich die Maden im gefrorenen Zustand sehr gut.

Die Drohnenbrut fällt also bei der Imkerei ohnehin an und wird in der Regel entsorgt. Für die Gewinnung dieser hochwertigen Päppelnahrung müssen somit keine Tiere zusätzlich gezüchtet oder getötet werden.

Warum eignet sich Drohnenbrut so gut für die Intensivpflege?

Selbst sehr schwache und/oder inappetente (das Fressen verweigernde) Igel nehmen Drohnenbrut oft erstaunlich gut an. Vermutlich spielt dabei neben dem Geruch und der weichen Konsistenz vor allem auch der Geschmack nach Proteinen sowie eine leichte Süße durch die kleinen Wabenanteile eine Rolle.

Gerade Igel, die anderes Futter verweigern, kann man mit Drohnen wieder ans selbstständige Fressen heraunführen. Und bei Igeln, die so schwach sind, dass sie von einer Fütterung von Hand aus der Futterspritze abhängen, kann aus der Drohnenbrut hergestellte „Drohnenmilch“ helfen, mit vergleichsweise geringen Futterbrei-Mengen dennoch eine hochwertige Versorgung zu erzielen.

Hinweis: Natürlich ersetzt Drohnenbrut selbstverständlich keine tierärztliche Behandlung, sie kann aber in der Rekonvaleszenz eine sehr wertvolle Unterstützung sein.

Drohnenbrut ist ernährungsphysiologisch besonders interessant

Drohnenlarven enthalten hochwertiges Eiweiß, gut verfügbare Fette sowie zahlreiche natürliche Mikronährstoffe:

Neben Wasser (65-75%) bestehen die Drohnen hauptsächlich aus Proteinen, sie liefern bis zu 19 verschiedene Aminosäuren (Proteinbaustoffe), Kohlenhydrate (z.B. Zucker) und Fette (Lipide) [Quelle 1]. Hinzu kommt eine Fülle an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen (Tabelle 1). Mit rund 468,19 kJoule (111,9 kcal) pro 100 g sind die Drohnen zudem energiereich [Quelle 2].

Sonstiges:
pH5,5-7,5 (=schwach sauer bis neutral)
Säuregehalt [M/l]0,7–1,10
Leitfähigkeit [µS/cm]144,0–178,0 (=gering bis moderat)
NährstoffMenge in 100 g Drohnenbrut
Kalzium138 mg
Phosphor1790 mg
Magnesium211 mg
Kalium2690 mg
Eisen12,9 mg
Zink16,0 mg
Kupfer4,0 mg
Selen0,06 mg
Vitamin C38,0 mg
Vitamin B1 (Thiamin)4,1 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)9,1 mg
Vitamin B3 (Niacin)36,7 mg
Vitamin B5 (Pantothenic Acid)11,9 mg
Choline1684 mg
Quelle: [Quelle 3]

Im Gegensatz zu vielen industriell hergestellten Ergänzungsfuttermitteln handelt es sich bei Drohnenbrut zudem um ein nahezu unverarbeitetes Naturprodukt.

Achtung: Für schwer geschwächte Tiere sinnvoll kombinieren

Besonders geschwächte Igel profitieren davon, dass mit kleinen Futtermengen bereits viel Energie aufgenommen werden kann und zudem die Proteine und Aminosäuren leicht verdaulich sind. Allerdings können sowohl die Energiedichte als auch der Fettgehalt für stark ausgezehrte Tiere mitunter schwierig zu vertragen sein. Hinzu kommt, dass Drohnenmilch vergleichsweise wenig strukturgebende Bestandteile (Ballaststoffe) enthält, die zur Kotbildung wichtig sind.

Bei sehr schwachen Igeln hat es sich deshalb bewährt, die pürierte Drohnenbrut nicht pur zu füttern, sondern mit Päppelbrei aus z.B. Animonda Babypaté zu mischen. Dadurch entsteht eine gut schluckbare, ausgewogene Päppelnahrung mit angenehmer Konsistenz und hoher Akzeptanz.

Vorrat anlegen

Da Drohnenbrut nur saisonal anfällt, dann aber gleich in größeren Mengen (ganzen Wabenplatten), lohnt es sich, rechtzeitig einen Vorrat anzulegen.

Bewährt hat sich das Tieffrieren in unterschiedlichen Formen:

  • komplette Drohnenwaben portionsweise einfrieren,
  • ausgelöste Larven bzw. Puppen einfrieren,
  • bereits pürierte „Drohnenmilch“ in kleinen Portionen einfrieren.

So steht auch außerhalb der Imkersaison jederzeit hochwertige Intensivnahrung zur Verfügung.

So gelingt das Auslösen der Drohnenbrut besonders einfach

Vom Imker oder der Imkerin erhalten Wildtier-Päppelnde die Drohnen meist komplett als aus dem Bienenstöcken ausgeschnittene Waben.

Da die Insekten nicht mitsamt der Wachsplatten verfüttert werden können, gilt es, die Maden aus dem Waben zu lösen — und zwar ohne dass alles in einem unverwertbaren Brei endet!

Am einfachsten werden die Larven gewonnen, wenn die entnommene Drohnenwabe zunächst vollständig eingefroren wird (im besten Fall wurden die Waben mit der Brut bereits tiefgefroren von Imker oder Imkerin übernommen).

Denn im gefrorenen Zustand sind die Drohnenmaden schön hart, während das Wabenwachs spröde ist und sich somit recht einfach von Hand zerbröseln lässt. Dabei lösen sich die Drohnenmaden aus dem zerbröselten Wachs und fallen recht sauber heraus. Ist man schnell genug, lassen sich die noch gefrorenen und damit festen Maden einfach aufsammeln.

Tipp: Wenn man ein flaches Kühlelement aus der Gefriertruhe unterlegt und die Maden auf dieses fallen lässt, bleiben sie länger gefroren und man hat mehr Zeit zum Aufsammeln.

Da die aus den Waben herausgefallenen Maden extrem schnell antauen und dann komplett matschig werden, hat es sich bewährt, die Waben über gefrorenen Kühlelementen zu zerbröseln. So bleiben die herausfallenden Maden länger gefroren und man hat mehr Zeit zum Aufsammeln. Es lohnt, die gesammelten Maden in ein ebenfalls im Gefrierschrank vorgefrostetes Gefäß (Glas oder Keramiktöpfchen) zu sammeln — so können sie auch direkt wieder in den Gefrierschrank wandern und man hat im Notfall immer eine Portion vorsortierter und dennoch „rieselfähiger“ Maden verarbeitungsbereit zur Hand.

Alternativ lassen sich die (halb-)gefrorenen Maden auch zu Drohnenmilch weiter verarbeiten, die bei zügigem Arbeiten ebenfalls für spätere Verwendung wieder eingefroren werden kann.

Auspulen von Drohnenmaden aus Drohnenbrut-Waben

Quellen

Quelle 1: Deutscher Apitherapie Bund e.V. (DAB)

Quelle 2: Sidor E, Dżugan M. Drone Brood Homogenate as Natural Remedy for Treating Health Care Problem: A Scientific and Practical Approach. Molecules. 2020 Dec 3;25(23):5699. doi: 10.3390/molecules25235699. PMID: 33287191; PMCID: PMC7730673.

Quelle 3: Wikibeedia

Titelbild: Maria Anne via Pixabay

So geht es weiter:

Drohnenmilch

So verarbeitest Du die gewonnenen Drohnen zur sogenannten Drohnenmilch.

Drohnenmilch ist eine sehr reichhaltige Päppelnahrung mit hoher Akzeptanz. So funktioniert die Herstellung ganz einfach.

Intensiv-Päppelbrei

Drohnen sind wertvoller Bestandteil von Intensiv-Päppelbrei.

Hier findest Du mein Rezept für Intensiv-Päppelbrei (mit oder ohne Drohnen).

Seiteninfo

Veröffentlicht von: am 23. Juli 2026 @ 16:36 Uhr. Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2026 @ 11:13 Uhr.
Kategorien: Igel-Ernährung. Schlagworte:
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