Männchen oder Weibchen

Weibchen & Männchen

Wie unterscheidet man einen weiblichen von einem männlichen Igel? Zur Geschlechtsbestimmung geht kein Weg daran vorbei, einen Blick auf die Bauchseite des jeweiligen Tieres zu werfen. Allerdings ist das bei einem Tier, das sich bei Störung fest einkugelt, naturgemäß nicht einfach.

Dabei ist es mitunter ganz wichtig, das Geschlecht des Tieres zu kennen. Beispielsweise wenn ein hilfsbedürftiger Igel während der Wurfzeit eingesammelt werden muss: Handelt es sich um ein Männchen, kann die Sicherung ohne weiteres erfolgen. Ist es aber ein Weibchen, muss man bei einer Sicherung versuchen herauszufinden, ob es eventuell einen Wurf zu versorgen hat. Und auch bei der Medikamentierung von kranken Igeln ist es innerhalb der Wurfzeiten wichtig, ein Weibchen zu erkennen. Denn während bei einem Männchen die gesamte Palette an igelgeeigneten Medikamenten genutzt werden kann, muss bei einem Weibchen genau abgewogen werden, was man geben kann. Schließlich muss damit gerechnet werden, dass es womöglich trächtig ist und von daher nicht alle Medikamente verträgt.

Wie unterscheiden sich Männchen und Weibchen voneinander?

Zwar sind bei Igeln die Männchen etwas größer und schwerer als die Weibchen — weil aber insgesamt Igel in allen möglichen Größen vorkommen hilft einem diese Angabe im konkreten Fall nichts. Denn Größe ist relativ, es gibt ja auch kleinere Männchen und größere Weibchen.

Das einzige sichere Erkennungs-Merkmal sind die äußeren primären Geschlechtsorgane, Penis und Scheide. Brustwarzen dagegen haben beide Geschlechter.

Männchen

Der Penis des Männchens sitzt relativ mittig am Bauch. Also in etwa an der Stelle, an der man in etwa einen Bauchnabel erwarten würde. Er ist i.d.R. faltig — und deutlich behaart.

Bei großen, gut genährten Igeln kann man den Penis schon im (teilweise) eingerollten Zustand erkennen. Dann befindet er sich nämlich genau unterhalb der Nase des eingerollten Igelknaben (siehe Fotogalerie).

Weibchen

Beim Weibchen liegt der Scheideneingang viel weiter hinten, in Richtung Schwanz verlagert und sitzt in nur kurzem Abstand vor dem After.

Allerdings kann die Scheide durchaus wulstig aussehen, ist jedoch nicht mit dem Penis der Männchen zu verwechseln.

Drei Tricks, um den Bauch zu sehen

Wie gesagt, das Geschlecht bei einem wegen der Störung meistens nicht gerade gut gelaunten Igel zu erkennen, ist oft eine Herausforderung. Folgende Tricks helfen dabei:

Seitenlage und über den Rücken streichen

Manche Igel — vor allem geschwächte Tiere — rollen sich zumindest teilweise aus, wenn man sie in Seitenlage vor sich legt und dann langsam in Richtung des Stachelwuchses über den unteren Rücken streicht.

Dabei sollte Stille im Raum sein und man sollte mit großer Ruhe vorgehen. Und möglichst auch den Igel nicht direkt anatmen.

Selbst wenn sich das Tier unter dem Streicheln nicht ganz öffnet: Oft reicht auch eine teilweise Öffnung aus, um auf das Geschlecht zu „spinxen“ – insbesondere wenn es sich um ein Männchen handelt.

„Schubkarre“

Wenn das Tier normal auf allen vier Füßen steht, vorsichtig und ruhig die Hinterbeine des Igels greifen und dann das Tier wie zum „Schubkarre fahren“ an den Hinterbeinen leicht anheben.

Wenn man den Igel-Popo zu hoch hebt, kugeln sich die meisten Tiere wieder ein, darum gilt es eine optimale Höhe zu finden, bei der schon ein Blick unter den Bauch gelingt, das Tier aber noch nicht einrollt. Am besten leuchtet und guckt eine zweite Person von hinten unter den angehobenen Popo oder/oder macht schnell ein Foto.

Alternativ kann man versuchen, beim Anheben einen Spiegel unter dem Tier zu platzieren, um selbst besser gucken zu können.

Glastisch oder Glasschüssel-Trick

Und schließlich hilft alternativ auch Glas für den nötigen „Durchblick“: Dazu den Igel entweder auf einen Glastisch setzen und dann von von unten nachsehen — aber Achtung: Das Tier könnte unvermittelt losrennen und dabei vom Tisch fallen, wenn es sich einen Moment unbewacht fühlt.

Oder man setzt das Tier in eine Glasschüssel. Wenn ausreichend Ruhe herrscht, wird es sich nach einiger Zeit aufstellen und versuchen, aus der Schüssel zu klettern. Dabei kann man ihm durch den Rand der Glasschüssel unter den Bauch gucken.

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Veröffentlicht von: am 10. Juni 2022 @ 16:47 Uhr.
Kategorien: Allgemein.
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