Igel-geeignetes „Igelfutter“

„Igelgeeignetes Igelfutter“ klingt zunächst mal nach einem Pleonasmus: Sind denn Igelfutter nicht sowieso immer besonders Igel-geeignet?

Nein — fast alles was als „Igelfutter“ verkauft wird, ist für Igel nicht nur völlig ungeeignet, sondern in vielen Fällen sogar schädlich!

Die sogenannten „Igelfutter“ sind praktisch ein einziger Nepp!

Das liegt daran, dass die meisten Hersteller sich statt mit der Ernährung von Igeln auseinander zu setzen, lieber versuchen, mit ihrem Futter den Vorstellungen uninformierter Kunden entgegen zu kommen. Denn im Grunde kann man nur uninformierten Kunden die vergleichsweise wirklich teuren „Igel-Spezialfutter“ gut verkaufen. Igelpäppler*innen sind schon mangels Masse kein lukratives Zielpublikum, zudem würden diese auch vor den Preisen der „Spezialrezepturen“ zurückschrecken. Denn mit geeignetem Katzenfutter fährt man immer günstiger.

Um also ahnungslose, aber gutmeinende Gartenbesitzer als Käuferschicht zu gewinnen, wird in die „Sezial-Futter“ alles hineingepackt, was für Nicht-Kenner richtig gut klingt. Und so findet sich in den Rezepturen meist Haferflocken, Nüsse, Beeren. Und weil man schon mal dabei ist, etwas wild zusammen zu rühren, werden nicht selten auch noch Bäckerei-Abfälle dazu gepackt.

Nur: Genau diese Zutaten machen die sogenannten „Igelfutter“ für Igel unverträglich. Mit Getreide kann die Igelverdauung gar nicht umgehen, Gluten ist ein arges Problem und Zucker (zugesetzt oder aus Beeren) ist Gift für den Igel, füttert dafür aber die Darmparasiten so richtig schön hoch. So macht solches „Igelfutter“ nicht nur nicht satt, sondern verursacht oft den Tieren Bauchschmerzen und kann gefährliche Parasitosen fördern.

Der Verein Pro-Igel hat 2019 einmal die in Deutschland am Markt befindlichen Igel-Spezialfutter auf ihre Eignung für Igel hin untersucht. Sowohl bei den Nassfuttern, als auch bei den Trockenfuttern fanden sich nur einzelne Marken, die tatsächlich empfehlenswert für Igel waren.

Kriterien für die Igel-Eignung

Die Kriterien, die ein Igel-Spezialfutter erfüllen sollte, um wirklich Igel-geeignet zu sein, sind im Grunde dieselben, wie sie auch an normale Nassfutter bzw. Trockenfutter gelegt. So sollte ein Igel-Spezialfutter

  • zuckerfrei sein
  • getreidefrei sein,
  • einen hoher Fleischanteil (mind. 60 %) enthalten und
  • man sollte einen merklichen Insekten-Anteil darin erwarten können.

Im Folgenden listen wir die wenigen wirklich Igel-geeigneten Igelfutter-Sorten.

Igelfutter-Galerie

Claus Igelfutter getreidefrei

Das Igelfutter-Trocken von Claus enthält tatsächlich keine igelschädlichen Bestandteile wie Bäckereiabfälle, Getreide oder Beeren. Vielmehr setzt es sich ähnlich zusammen wie typische Katzen-Trockenfutter, nämlich aus Fleisch & Geflügelprotein, Ei und zur Stabilisierung wird hier Kartoffel genutzt. Zusätzlich sind 18 % Insekten enthalten, der Optik nach sind dies vor allem getrocknete Mehlwürmer. Mehlwürmer können für Igel zum Problem werden, wenn sie übermäßig damit gefüttert werden — bei 18 % Anteil dürfte es aber sicher keine Probleme geben.

Von den Inhaltsstoffen her ist das Claus Igelfutter somit für Igel völlig ok. Wirklich schön ist, dass auf der Verpackung umfangreiche und sehr gute Tipps rund um die Fütterung gegeben werden, beispielsweise der Hinweis, das Futter erst abends anzubieten, Wasser bereitzustellen und die Futterschälchen stets sauber zu halten. Der genaue Fleisch-Anteile sowie die analytischen Angaben werden dagegen leider nicht genannt.

Dehner Igel-Delikatesse

Auch die „Igel-Delikatessen“ von Dehner sind tatsächlich igelgeeignet. Das Mischfutter aus Fleisch-Trockenfutterpellets und diversen getrockneten Insekten enthält keine problematischen Zutaten wie Getreide oder Zucker bzw. zuckerhaltige Beeren o.ä.

Der Insektenanteil ist zudem mit 50 % wirklich hoch.

Stand der Angaben: März 2022

Seiteninfo

Veröffentlicht von: am 4. März 2022 @ 16:40 Uhr. Letzte Aktualisierung: 9. Mai 2022 @ 14:27 Uhr.
Kategorien: Allgemein.

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