Kleines Igelkind

Die Invasion der Herbstbabys

Seit einigen Wochen „regnet“ es praktisch Babys, die armen Herbstbabys. Dies sind im Grunde keine Babys mehr, sondern Igelkinder, oft zwischen 150-280 g.

Sie fallen auf, weil sie bereits tagaktiv sind oder weil sie katastrophalen Kot („grüne Suppe“) an den Futterstellen hinterlassen oder schlicht, weil sie so klein sind — viel zu klein für die Jahreszeit, um noch klar kommen zu können.

Bei den tagaktiv aufgefunden Igelkindern kommt die Hilfe oft zu spät. Diese Zwerge kippen so schnell…

Denn auch Igelkinder laufen ja nicht ohne Grund allein — und shcon gar nicht tagaktiv — herum: Normalerweise wären sie noch von ihrer Mutter betreut. Doch die zu spät geborenen Zwerge sind oft zweite Würfe — die Muttertiere somit noch geschwächt vom ersten Wurf.

Zudem befinden sich Igelweibchen aktuell in einer Phase, in der sie sich eigentlich unter Hochdruck Fettreservern anfressen müssten. Stattdessen verlieren sie durch die Versorgung eines Wurfes sogar noch an Substanz. In der Folge können sie die Babys nicht ausreichend versorgen und versterben oder müssen die Zwerge aufgeben bzw. diese müssen abwandern, weil es keine Milch mehr gibt bei der Mutter.

Sie müssen sich dann selbst etwas zu Fressen suchen und was finden sie jetzt dafür? Praktisch nur noch Regenwürmer und Schnecken. Und so belastend eine solche Fehlernährung schon für erwachsene Igel ist: Für die Babys/Igel-Kleinkinder ist das eine reine Katastrophe! Die durch diese ungesunde Nahrung aufgenommenen Parasitenlast bringt die kleinen Igelzwerge fast „zuverlässig“ um.

WICHTIG: Noch ist es vergleichsweise relativ warm. Bitte füttert unbedingt weiterhin zuverlässig in Euren Gärten die Igel zu! Achtet auf zu kleine Igel und sichert diese, falls sie unter 300 g sind, schmal oder gar eingefallen aussehen etc.

Diese Zwerge können es allein nicht mehr draußen schaffen, denn durch die kleine Körpergröße verlieren sie zu viel Wärme. Sie benötigen daher eine kontrollierte Auffütterung und dabei eine ganz, GANZ enge Beobachtung. Man kann das im Gehege versuchen, aber muss eben wirklich sehr engmaschig überwachen, denn solch massiv aufgenommene Parasitenladungen fordern ihren Tribut in den kleinen Körpern.

Fällt ein Igelkind tagsüber auf, tickt bereits die Zeitbombe in ihm: Es sind meist hochkochende Sekundärinfektionen, die die kleinen Körper fluten und die Igelkinder in die Tagaktivität treiben. Dabei werden sie dann auch Opfer von Fliegen, werden von Vögeln angepickt etc. Tagaktiv allein herumirrende Igelkinder sind in großer Not und können oft nur bei sehr schneller professioneller Hilfe gerettet werden!

Stellvertretend für einen kompletten Kindergarten von Igelzwergen hier einige Eindrücke von Luigi kurz nach Ankunft, Luigi und seiner Ziehschwester Helena, der kleinen Pippa, John-Bob, der in katastrophalem Zustand in einem Eimer hier ankam und nun schon bald wieder raus kann, die echten Geschwister Moses und Josefine sowie die scheuen Neuankömmlinge Rosalie & Paulina. Sowie die schon große Ingrid, wie sie Heimchen frisst und die kleine Mia bei ihrer ersten — leicht chaotisch verlaufenden — Handfütterung.

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Luigi und Helena sind keine echten Geschwister. Sie kamen getrennt, durften aber als „Pseudo-Wurf“ hier erstmalig zusammen.
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Rosali und Paulina sind hier noch extrem scheu — aber der Hunger lockt sie doch an den Napf.
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So sieht es aus, wenn ein Igelkind komplett überparasitiert ist mit Flöhen. Am Ende sieht man die „Ausbeute“ der sanften Entflohung…
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Erste — noch ziemlich chaotische — Handfütterung der kleinen Miranda

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