Eingebuddelter winterschlafender Igel

Woche des Igels — Störung im Winterschlaf

Die „Woche des Igels“ endet und hier kommt die vorerst letzte Vorstellung von Pflege-Igeln, deren Schicksal ein Schlaglicht wirft auf eine der typischen Gefahren für Igel.

Dies ist die Geschichte von sind die Geschichten zweier Gartenigel, die aus ihrem Winterschlaf gerissen wurden:

Unter Efeu gebettet

An einer etwas schrägen Böschung unter kriechendem Efeu schlief dieser Igel seinen Winterschlaf. Ihm reichte dazu eine Erdkuhle, die er sich buddelte, und etwas altes Laub — mehr brauchte er nicht als Nest. Der Efeu deckte ihn zu, leitete Regen ab und tarnte ihn zusätzlich.

Dadurch, dass er sich in die nackte Erde eingebuddelt hatte, war dieser Igel auch weniger den störenden Temperaturschwankungen ausgesetzt, die immer öfter unsere Winter heimsuchen. So gelang es dem Igel bis Anfang Februar gut durchzuschlafen. Und er hätte vermutlich auch noch bis weit in den April dort geschlafen, wären die Gartenbesitzer nicht schon in der ersten Februarwoche auf die Idee gekommen, hier den Efeu zu rupfen.

Durch das — Gottlob händische — Ausrupfen des Efeus kam Mr. Igelchen zum Vorschein. So freigelegt konnte er natürlich nicht bleiben!

Glücklicherweise stand zufällig gerade ein Käfig mit strohgefüllten Haus bereit. Der Igel wurde vorsichtig aus der Erde genommen und umgebettet. Und schlief dann tatsächlich noch bis weit in den April weiter.

Gekrönt von Schneeglöckchen

Und auch hier schlief ein Igel seinen lebenswichtigen Winterschlaf (Foto unten). Und dieses Nest ist sogar sehr typisch für Winterschlafnester! Leider blieb auch er nicht ungestört, sonniges Wetter hatte in den ersten Märztagen zu Aufräumarbeiten im Garten verführt. Dabei wurde das unscheinbare Nest auseinander gezogen.

Die Gartenbesitzerin hat das Nest versucht wieder zuzudecken. Einige Zeit später war der Igel dann ausgezogen.

Was Du konkret tun kannst

Winterschlafnester von Igeln sind nicht immer nur der klassische Reisighaufen. Zumal es solche Haufen auch kaum noch gibt. Vielmehr nutzen Igel, was sie finden: Unter Paletten oder Holzlagern, unter Planen oder Terrassen — oder sehr häufig einfach an einer vergleichsweise trockenen Stelle in einem Beet, neben einer Hauswand o.ä.

Dazu graben sich die Igel einfach eine kleine Kuhle. Sie holen sich Laub dazu und indem sie sich dann immer wieder um die eigene Achse drehen, wickeln sie sich aus den Blättern eine Art dichten Kokon um sich herum.

Beete oder Erdbereiche, die vergleichsweise trocken bzw. durchlässig sind, so dass Regenwasser abfließt, sind dafür geeignet. Gern platzieren sich die Tiere dabei unter Büschen oder auch unter überhängenden Blättern von immergrünen Pflanzen wie Efeu. Aber selbst großblättrigen Stauden reichen ihnen mitunter aus, selbst wenn diese später im Winter dann einziehen.

Kein „Aufräumen“ im Garten vor Mai

Der Winterschlaf ist für Igel lebensnotwendig. Es ist jedoch kein Schlaf, sondern eine komplexe Umstellung der gesamten Körperabläufe. Ein Igel im Winterschlaf ist dadurch komplett wehrlos. Und auch das Aufwachen ist daher kein einfacher Vorgang, sondern aufwendig, kräftezehrend und nicht ohne Risiko. Und er dauert: Viele Stunden lang ist der Igel völlig hilflos, bevor er sich wieder gesteuert bewegen kann. Erst ab Mitte/Ende April wachen die Tiere normalerweise wieder auf, manche schlafen sogar bis in den Mai hinein (meist Weibchen).

Darum: Während ab März aus Vogelschutzgründen keine Schnittarbeiten an Gebüschen und Bäumen mehr erfolgen dürften, solltest Du bodengebundene Gartenarbeiten nicht VOR MAI beginnen. Auch genaues Nachsehen hilft oft nicht, denn die Bilder zeigen ja, wie unscheinbar manche Igelnester aussehen.

Wenn dann das große Aufräumen und Jäten ab Mai beginnt, bitte immer dran denken: Je nach Wetterlagen können selbst im Mai sich noch Igel im Winterschlaf befinden. Ihnen droht beim Jäten mit Gartengeräten große Verletzungsgefahr!

Igelnest gestört? Igel sichern…

Wird durch Aufräumarbeiten ein Igelnest aufgedeckt, ist es i.d.R. auch zerstört. Denn durch das Auseinanderziehen des Nests wird auch der „Kokon“ verletzt. Beim nächsten Regen kann das Wasser zum Igel fließen. Deshalb taugt ein gestörtes Nest oft nicht mehr, selbst wenn man versucht, es wieder zu schließen.

Zudem startet die Störung häufig die Aufwachprozedur des Igels. Da diese so lange dauert, erscheint es zunächst, als würde das gestörte Tier einfach weiterschlafen. Doch dieser Schein trügt häufig, das Tier wacht nach Stunden auf und findet sich dann in einer Welt, die ihm im wachen Zustand kein Auskommen bietet: Es ist noch viel zu kalt, um herumzulaufen und es gibt keinerlei Insekten, von denen es sich ernähren könnte.

Aus diesem Grund ist es wichtig, einen versehentlich ausgegrabenen Igel zu sichern. Optimalerweise wird er vorsichtig in ein strohgefülltes Igelhaus umgebettet und in einem Käfig oder einer Box wie für einen betreuten Winterschlaf kalt untergebracht — also in einem sich nicht aufheizenden Außenraum. Tipps dafür gibt es hier.

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